Magazintexte

Monday Editions | WH Magazine

Connecting the personal to the collective: eine Montagskolumne.

Texteinblicke

"Es gibt eine feine, aber schützenswerte Linie zwischen dem, was man in einer Beziehung geben kann und dem, was man geben sollte. Ich ziehe sie mittlerweile klarer. Jetzt steht da eine halbhohe Kofferwand aus all dem Ballast, den jemand anders zwar loshaben wollte, aber nie sortiert hat."

"Was ich natürlich machen kann, beim Autofahren und bei Situationen, die sich so ähnlich anfühlen wie im Sonntagsverkehr zu stecken: ich kann mir überlegen, ob ich in der Kurve überhole oder supernah auffahre. Nur riskiere ich dann eben auch mehr Verletzungen und Unfälle.
Und so ist es irgendwie auch, wenn man sich zu sehr den Kopf über Dinge zerbricht, die man nicht beeinflussen kann:
Man verliert den Blick für das Veränderbare. Wir verkommen zur Nebenfigur in unserer eigenen kleinen Welt, wenn das große Ganze unsere gesamte Energie beansprucht."

"Aber weißt du, was das Schöne ist?
Wenn wir der Handlungsfähigkeit im Kleinen mehr Energie widmen als dem Blick auf die Probleme im Großen, wird das große Ganze automatisch in seiner Form beeinflusst. Jede noch so kleine Handlung im Außen wird am Ende einen größeren Unterschied machen als der komplizierte Masterplan, der den Kopf nie verlassen kann.
Ich glaube, wir sollten uns nicht so sehr in den Gedanken verbeißen, dass man das große Ganze nicht verändern kann, sondern uns stattdessen mehr aufs kleine Ganze fokussieren - unseren eigenen Teil davon, wie groß oder klein er auch ist. Weil es letzten Endes auch für das große Ganze zielführender ist."